02 Juli 2020

Lebensmittelproduktion 4.0 – Faktor Mensch

Deutsche Messe Technology Academy, Messegelände/Pavillon 36, Hannover
Lebensmittelproduktion 4.0 – Faktor Mensch

Die Digitalisierung ist in der Lebensmittelproduktion angekommen und schreitet voran. Lebensmittelindustrie 4.0 umfasst ein komplexes Zusammenspiel von der Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik bis hin zum fertigen Produkt.

Ihr Ziel ist die „smarte Fabrik“, also eine sich selbst organisierende Produktion über digital vernetzte Systeme. Mensch, Produktionsanlagen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren direkt miteinander. Die Produktion wird flexibler und effizienter. Gleichzeitig können personalisierte Produkte erzeugt werden. Auch auf Bedarfsschwankungen kann sich eingestellt werden  und dies bei sinkenden Kosten.

Komplett neue Geschäftsmodelle werden denkbar und Grenzen zwischen den einzelnen Produktionsabschnitten verschwimmen. In der Wertschöpfungskette fallen große Datenmengen (Big Data) an, die mittels Cloud Computing gesammelt, analysiert und aufbereitet als Rohstoff genutzt werden können (Data Management). Doch wie arbeiten Maschinen-Menschen und Daten zusammen? Wird der Mensch ersetzt? Oder ergeben sich Win-Win-Situationen? Wo sind die Schwachstellen in der Mensch-Maschine-Interaktion? Und welche Fähigkeiten hat nur der Mensch?

Agenda

Das Konferenzprogramm ist z. T. noch im Aufbau und wird sukzessive ergänzt.

 

Programm

09:00 – 09:50 

Eintreffen und Registrierung der Teilnehmer

09:50 – 10:00

Begrüßung und Einführung

Simone Schiller, Geschäftsführerin Fachzentrum Lebensmittel, DLG e.V., Frankfurt a. M.

10:00 – 12:00 

Zusammenarbeit „Mensch – Maschine – Daten“ – geht das?

3 Vorträge mit anschließender Diskussion

 

Selbstlernende Assistenzsysteme für Bediener von Produktionsanlagen

Andre Schult, CEO, Peerox GmbH, Dresden

Viele Störungen im Lebensmittelproduktions- und –verpackungsprozess sind auf Fehler von Bedienern zurückzuführen. Infolge höherer Fluktuation und des demographischen Wandels fehlt es vielen Mitarbeitern an Prozess- und Erfahrungswissen zur Identifikation und Behebung von Störungsursachen. Die Lösung des Problems durch eine vollständige Verdrängung des Menschen mit höherer Automatisierung ist jedoch oft weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll. Die Peerox GmbH ist ein Spin-Off des Fraunhofer IVV Dresden und hat mit MADDOX ein selbstlernendes Assistenzsystem für Bediener von Produktionsmaschinen entwickelt. Mit Hilfe von Algorithmen des Maschinellen Lernens lernt die Software Störungszustände wiederzuerkennen und präsentiert damit verknüpftes Wissen aus einer Datenbank über ein Tablet. Diese Vorschläge können bestätigt, abgelehnt, korrigiert oder ergänzt werden. Im Sinne eines virtuellen Kollegen wächst der Wissensspeicher in der Nutzung stetig an. Auf diese Art und Weise kann Erfahrungswissen im Unternehmen gespeichert, die Produktionseffizienz erhöht, die Dokumentation verbessert und das Engagement der Mitarbeiter verstärkt werden. Darüber hinaus ergeben sich für Maschinenhersteller vollkommen neue digitale Geschäftsmodelle zur Unterstützung ihrer Kunden.

Wie aus Daten Informationen werden – Optimierung von Produktionsprozessen und die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Work-Life-Balance

Steffen Ochsenreither, Business Development Manager, Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co.KG, Weil am Rhein

Cobots – produktiver und sicherer Einsatz

Elmar Schauppel, Business Development Manager Advanced Robotics, KUKA Deutschland GmbH, Augsburg

12:00 – 12:30

Vorstellung der Digital Reality Academy mit Partnern aus dem Bereich AR – VR – MR

Gezeigt werden beispielhafte Anwendungsgebiete der verschiedenen Realitäten in der Industrie.

12:30 – 13:30

Mittagsimbiss & Networking

13:30 – 15:00

Wie reagieren Mitarbeiter?

3 Voträge mit anschließender Diskussion

Human Centric Digital Transformation – Der Faktor Mensch als Erfolgsfaktor?!

Stephanie Schmitt-Rüth, Leitung Forschungsgruppe Human Centered Innovation, Fraunhofer IIS, Nürnberg

Im Rahmen des fortschreitenden, technologischen Wandels führen immer mehr produzierende Unternehmen smarte Technologien ein, um den Wertschöpfungsprozess zu optimieren und konkurrenzfähig zu bleiben. Jedoch stellt die Einführung neuer Technologien im Unternehmensablauf eine komplexe Herausforderung dar: durch die Einführung neuer Industrie 4.0-Technologien stellen sich insbesondere Veränderungen in Arbeitsprozessen ein, welche die Arbeitsaufgaben, -bedingungen und -anforderungen der ArbeitnehmerInnen verändern. Eine Schlüsselrolle spielen in diesem Zuge akzeptanzbeeinflussende menschlich-psychologische Widerstandsfaktoren: Nicht selten fürchten MitarbeiterInnen in diesem Zusammenhang die zunehmende Rationalisierung ihrer Arbeitskraft. Ängste führen dazu, dass MitarbeiterInnen dazu neigen, technische Innovationen abzulehnen. Dementsprechend ist es unerlässlich, sich den Emotionen und Erwartungen der MitarbeiterInnen anzunehmen, um eine reibungslose Einführung der technischen Neuerung sicherzustellen.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Auswirkungen neuer I4.0-Technologien auf das sozio-technische System im Unternehmen, insbesondere auf MitarbeiterInnen und macht deutlich, welche bedeutsame Rolle in diesem Zuge akzeptanzbeeinflussende menschlich-psychologische Widerstandsfaktoren spielen.

Digitalisierung vom Mensch her gedacht (Arbeitstitel)

Anselm Elles, Geschäftsführer, AFC Personalberatung GmbH, Bonn

Zukunftsfähige Organisationsgestaltung in Zeiten der Digitalisierung

Stefanie Findeisen, Team Vernetzte Produktionssysteme, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart

Steigende Anforderungen an die Reaktionsfähigkeit und Agilität des Shopfloors beherrschen heute den Produktionsalltag. Besonders für Unternehmen, die von einer volatilen Auftragslage und kurzfristigen Änderungen betroffen sind, ist ein traditionell tayloristisches Menschenbild und die damit einhergehende strikte Trennung von Ausführungs- und Entscheidungsebene nicht mehr zukunftsfähig. Um schnell und effizient auf Veränderungen reagieren zu können, müssen sich Unternehmen von funktionaler Abschottung, umständlichen Informationsflüssen und allgemeinen Koordinations- und Steuerungsproblemen lösen und hin zu einer prozessorientierten Organisation mit hohem Selbststeuerungsanteil entwickeln. Dabei lassen sich besonders Erkenntnisse und neue Konzepte aus der Wissensarbeit auf die Organisationsgestaltung der Produktion übertragen, um neue Potenziale auszuschöpfen.

Die Digitalisierung spielt hier eine entscheidende Rolle, denn Vernetzung und Transparenz schaffen erst die notwendigen Rahmenbedingungen für eine agilere Organisation. Ein passfähiges Change Management Konzept ist notwendig, um die Veränderung in der Organisation zu verankern und nachhaltig zu etablieren.

15:00 – 15:30

Kaffeepause & Networking

15:30 – 16:00

Vorstellung des Campus Digitalisierung von Volkswagen Nutzfahrzeuge

Am Beispiel einer Modellanlage mit realer Technik bei der eine Automobilproduktion simuliert wird, lernen Auszubildende und Werkstudenten die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, um individuell und frei zu lernen und sich eigenständig fortzubilden.

16:00 – 17:00

Case Study mit anschließender Diskussion und Auswertung im Publikum

17:00 

Ende der Veranstaltung

Anmeldung zu diesem Event

Veranstalter